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Supervision

„Menschen sind verschieden, Kreuzbündler auch!“

Samstag, 27.06.2015, 09:00-17:00 Uhr
Caritashaus Bingen, Rochusstr. 8, 55411 Bingen am Rhein

Supervisorin: Susanne Fitz, Darmstadt

 

Zum dritten Mal lud der Kreuzbund Stadtverband Bingen am 27.06.2015 seine Gruppenverantwortliche, Vorstandsmitglieder und Interessierte zur Supervision ein. Supervision bietet eine Möglichkeit sich selber besser kennen zu lernen und achtsam mit den eigenen Ressourcen umzugehen.

Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch den Vorsitzenden Wolfgang Weber, übernahm die Supervisorin Susanne Fitz aus Darmstadt die Moderation des Gesprächskreises.

 

Unter dem Motto „Menschen sind verschieden, Kreuzbündler auch“, wollten wir darlegen, dass Menschen sehr unterschiedlich sein können und jeder seinen eigenen Problemkontext besitzt. Auch die Arbeit mit problembelasteten Menschen kann zwar bereichern, kann aber auch psychisch sehr anstrengend und belastend sein. Trotz dieser nicht immer leichten Voraussetzungen, sollte der Gruppensprecher ein offenes Ohr für viele verschiedene Lebensgeschichten haben, es aber trotzdem schaffen, den Überblick zu behalten.

Schon in der Vorstellungsrunde stellten sich die verschiedenen Ansichten, Wahrnehmungen und Auslegungen zu diesem Thema der Teilnehmer dar, was schließlich in einer Auswertung der einzelnen Rede- und Diskussionsvorschläge endete.

Konfliktbewältigung war das Wort, auf das sich die Teilnehmer einigten.

Warum Konflikt?

Aus den unterschiedlichsten Wahrnehmungen der Sachen, Personen und Dinge, können verschiedene Meinungen und Ansichten gebildet werden. Jeder Mensch hat andere Voraussetzungen wie er ein Objekt angeht. Schon ein anderer Blickwinkel kann andere Ergebnisse bzw. Einsichten hervorrufen.

Bei der sprachlichen Wiedergabe der Dinge, Sachlagen und persönliche Einschätzungen entstehen allzu oft Differenzen. Es entstehen Meinungsverschiedenheiten, die sich im schlimmsten Fall zu einem Konflikt ausweiten können. (Bedeutung des Wortes Konflikt: 1. Durch das Aufeinanderprallen widerstreitender Auffassungen, Interessen o.Ä. entstandene schwierige Situation, die zum Zerwürfnis führen kann. 2. Zwiespalt, Widerstreit auf Grund innerer Probleme, Quelle: Duden)

Dabei kommt das vier Ohren Prinzip zum Tragen. Das Gespräch verläuft auf der Sachebene, oder es mündet in einer persönlichen Beziehung, es wird als Appell verstanden, oder endet in einer Selbstoffenbarung.

Alle „vier Ohren“ nehmen denselben Satz, auf vier unterschiedlichen Ebenen wahr. Dann kommt es wiederum darauf an, auf welcher Ebene oder Ansicht das Gespräch mich anspricht. Wird das Gespräch auf unterschiedlichen Ebenen gesendet und empfangen, entsteht Disharmonie, bis hin zum verbalen Konflikt. Ein jeder beharrt auf seinem Standpunkt und nicht immer wird eine Lösung gefunden.

Daraus kann sich eine Verlierer – Gewinner- Situation ergeben, welche für beide Gesprächskreise nicht akzeptabel wäre. Bei keinem Einverständnis beider Seiten gäbe es nur Verlierer, was ebenso frustrierend wäre. Bei beiderseitigem Einvernehmen wären beide Gewinner, jeder hätte seine Position überzeugend dargelegt und wäre mit seinem Anliegen auf Verständnis gestoßen.

Für den Gesprächskreis stellte sich nun die Frage, vermeiden wir den Konflikt, oder verhindern wir ihn?

Um einen Konflikt zu vermeiden, muss ich unterschiedliche Meinungen zulassen, Toleranz zeigen und Vorurteile abbauen.

Bei einer Verhinderung schiebe ich den Konflikt nur auf die lange Bank, Probleme werden nicht gelöst, über Kurz oder Lang wird er mich wieder einholen.

Eine Patentlösung um einen Konflikt zu lösen gibt es nicht, dazu gehören mehrere Voraussetzungen, dass sich der Konflikt weiter entwickeln kann.

Dazu gehört unter anderem:
·        
Toleranzverständnis
·        
Keine persönliche Verunglimpfungen
·        
Aussprechen lassen und zuhören

Man sollte aber auch einsehen, dass es nicht immer eine für beide Seiten akzeptable Lösung gibt. Das gemeinsame Ziel sollte man nicht aus den Augen verlieren. Auch kann man die unterschiedlichen Meinungen auf verschiedene Ebenen sortieren, so lassen sich leichter Meinungen und Richtungen erkennen.

Wenn bis dahin immer noch keine Einigung erzielt worden ist, ist es empfehlenswert eine höher angeordnete Stelle einzuschalten und deren Entscheidungen zu akzeptieren. Ebenso sollte man einsehen, dass es für manche Fragen eben keine Lösung gibt.

Die menschliche und christliche Moralvorstellung gebietet uns Konflikte nicht ausarten zu lassen und mit anderen Mitteln die Politik des angeblich Mächtigeren durchsetzen zu wollen.

Mit einer Erfahrungsrunde der Teilnehmer beendeten wir am Nachmittag den Supervisionstag und hoffen im nächsten Jahr gemeinsam mit der Supervisorin  Susanne Fitz wieder einen spannenden und lehrreichen Tag  verbringen zu können.

Unser besonderer Dank gilt der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, die diese Supervision des Kreuzbund
Stadtverbandes Bingen finanzielle förderte.

 

 Text und Bild:                                                                           
Wolfgang Weber
Vorsitzender
Kreuzbund Stadtverband Bingen

 


 

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