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Aktuelles/ Berichte

Supervision des Vorstandes

 


 

Pünktlich um 09.00 Uhr waren alle Teilnehmenden angereist, um an der zweiten Supervision des Kreuzbund Stadtverbandes für seine Gruppenverantwortlichen und Interessierte teilzunehmen.

Vorsitzender Wolfgang Weber begrüßte die Anwesenden, besonders die Supervisorin Susanne Fitz aus Darmstadt und wünschte der Veranstaltung einen guten Verlauf. 

Zunächst lud uns die Moderatorin mit einem Warmup dazu ein,  die jeweilen  "Highlights" der letzten Zeit in der ehrenamtlichen Tätigkeit in Kleingruppen zu erörtern und die Ergebnisse später im Plenum vorzustellen. Bei dieser Vorstellung spiegelte sich die Vielfalt innerhalb des Kreuzbundes wider. Viele unterschiedliche und interessante Aussagen wurden vorgetragen, wobei sich herauskristallisierte, dass  man sich gerne als Ansprechpartner für Hilfesuchende  sieht und das Ehrenamt für die Gruppenverantwortlichen gleichzeitig eine Chance zur persönlichen Weiterentwicklung bietet.  



In  einem zweiten Schritt gingen wir den Themen nach, die den Teilnehmenden wichtig waren. Diese waren:
- wie weit darf ich negative Eindrück auf mich einwirken lassen
- Kritik äußern und damit umgehen
- Achtsamkeit und Abgrenzung

Im Rahmen der hierzu geführten Meinungsaustausches wurde klar, dass unterschiedliche Personen ganz unterschiedlich mit gemachten Wahrnehmungen und Sachverhalten umgehen. Wichtig war die Feststellung, dass wir nicht verpflichtet sind, unsere in der Selbsthilfe gemachten Eindrücke im privaten Bereich nachhaltig weiter zu bearbeiten. Hier sollte jeder achtsam mit sich selbst umgehen. Ein Gespräch mit einer Vertrauensperson kann hier gegebenenfalls  für Erleichterung im Umgang mit dem Thema führen und vor Überforderung schützen. Natürlich bietet eine Supervision noch eine bessere Möglichkeit, hier regulierend einzugreifen (siehe weiter unten).

Anschließend stellte uns die Moderatorin das "Alte" und das "Neue" Ehrenamt vor.

 

Der wesentliche Unterschied besteht in der zeitlichen Begrenzung des "neuen" Ehrenamtes. Freiwillige sind eher bereit, sich für eine überschaubare Zeit
ehrenamtlich zu binden. In Zeiten, in denen immer weniger Menschen bereit sind, sich ehrenamtlich zu engagieren, ist diese zeitliche  Komponente sicherlich eine Möglichkeit, die Arbeit in der Selbsthilfe besser auf mehrere Menschen zu verteilen.


Nach der Mittagspause setzen wir die Kleingruppenarbeit fort. Wir sollten eine Stellenausschreibung für eine ehrenamtliche Tätigkeit in der Suchtselbsthilfe mit der Untergliederung
- wir suchen ..
- folgenden Qualifikation setzen wir voraus ...
- wie bieten...
- Ihr Gewinn .....
fertigen. Kein leichtes Unterfangen, wie sich herausstellte..

Denn bei der  Vorstellung der Ergebnisse stellten wir schnell fest, dass unsere Erwartungen an die Bewerber eine solche Fülle von  Erwartungen (Qualifikationen) voraussetzten, die schlichtweg kaum erfüllbar sind, Augenscheinlich war, dass sich die Teilnehmenden sehr stark mit ihren Aufgaben und den gesteckten Zielen der Suchtselbsthilfe identifizierten, dass die eigenen Qualitätsansprüche vielleicht über das eigentlich geforderte Maß hinausgingen. Fachliche Kompetenz ist in manchen Bereich des Ehreamtes allerdings dringend geboten.

Andererseits stellten wir aber aus eigener Erfahrung fest,  wie sehr das Ehrenamt einen Menschen (über)fordern aber auch fördern kann. 

Die wichtigste erarbeiteten Grundqualifikationen sollten sein:
Suchtmittelfreiheit, Kommunikations- und Teamfähigkeit,  Betroffenenkompetenz, Aber am Wichtigsten ist das Interesse an der Lebenssituation anderer Menschen  und die  Bereitschaft zur Selbstreflexion.

Es endet schließlich eine sehr interessante Supervision.  Einig waren sich die Teilnehmer, dass eine solche Veranstaltung häufiger durchgeführt werden müsse, um den Beteiligten die Gelegenheit der Selbstreflexion zu geben und in Krisen und Konfliktsituationen die Chance zu bieten, Ursachen zu ermitteln, Verläufe zu mildern, Lösungen zu erarbeiten und ihre Erprobung zu begleiten.

Die Supervision kann darüber hinaus ein Angebot sein, schwer belastende Erfahrungen Ehrenamtlicher, die an die Grenze des für Menschen Erträglichen gehen, in Wort zu fassen und verkraftbar zu machen.

Gerade im Bereich der Arbeit mit suchtkranken Menschen und den damit oftmals verbundenen intensiven und anspruchsvollen zwischenmenschlichen Kontakten ist eine Selbstreflexion und ein Selbsterfahrungstraining wichtig, um in der Beziehungsgestaltung und im Umgang mit Beziehungsstörungen sicherer zu werden.


Die Teilnehmenden danken der ausgezeichneten Moderatorin und freuen sich schon heute auf die nächste Supervision.

 

 

 

  Presseartikel "Allgemeine Zeitung Bingen"

 

Wir danken der      Rheinland- Pfalz/ Saarland, die die Veranstaltung im Rahmen der Projektförderung unterstütze.

 

Autor und Bilder:
Hartmut Zielke

 

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