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Aktuelles/ Berichte

 

Öffentliche Vortragsveranstaltung

 

 

Auch in diesem Jahr lud der Kreuzbund Stadtverband Bingen wieder zu einer öffentlichen Vortragsveranstaltung ein. Mit der Veranstaltung wollte der Kreuzbund auf das leider immer noch mit einem Makel belegte Krankheitsbild der Suchterkrankungen und die Rolle der Mitbetroffenen aufmerksam machen.
 

Hier das Plakat zur diesjährigen Veranstaltung:


Kann durch Anklicken im DIN A4- Format geöffnet werden

Kreuzbund-Geschäftsführer Hartmut Zielke begrüßte die knapp  50 Teilnehmenden  und  stellte Ihnen den Kreuzbund als die zahlenmäßig größte Suchtselbsthilfeorganisation in Deutschland vor.
Suchtselbsthilfegruppen seien Orte ansteckender Gesundheit, denn hier motivierten sich immer wieder Menschen gegenseitig zur Genesung und wirkten durch ihr persönliches Beispiel und gelebte Solidarität ansteckend. Das Gespräch in der Gruppe stellt die Kernaufgabe des Kreuzbundes dar.  Hier wird über Sorgen und Nöte, aber positive Dinge des Lebens gesprochen. Mitbetroffene seien oftmals die ersten, die Kontakt zum Kreuzbund aufnehmen. Sie sind  gleichberechtigter Partner in den Selbsthilfegruppen. Darüber habe der Kreuzbund Stadtverband einen Gesprächskreis für Angehörige gegründet.
 

Referentin Ulrike Bergner- Schmitt stellte fest, dass die gesamte Familie leide, falls ein Familienmitglied suchtgefährdet oder gar suchtkrank sei. Wenn Angehörige oder Bezugspersonen gefühlsmäßig in Verhaltensstörungen eines Familienmitgliedes oder Nahestehenden verstrickt sind, spricht man von Mitbetroffenheit. Sie beschäftigen sich ausschließlich damit, die Erwartungen anderer zu erfüllen und verlieren den Kontakt zu den eigenen Gefühlen. Oft kennen Sie ihre eigenen Wünsche nicht mehr und können diese natürlich auch nicht äußern. Aus Scham wird bagatellisiert und verheimlicht. Wenn diese Mitbetroffenheit fortschreitet, entstehen Stress, Leiden, gestörte Beziehungen und oftmals psychische und körperliche Erkrankungen. Sie sind verstrickt in ein Netz von Gefühlen, die oft durch Gegensätzlichkeiten gekennzeichnet sind und gerade deshalb um so mehr an den Betroffenen „zerren“: Scham, Schuld, Wut, Mitleid, Ekel, Liebe, Hass, Verzweiflung, Hoffnung, Kontrolle, Hilflosigkeit, Ohnmacht, Angst, Resignation, Aufbegehren …

Die Versuche, den Suchtmittelkonsum eines Familienmitgliedes in den Griff zu bekommen, bestimmen immer mehr das gesamte Denken, Fühlen und Handeln der Angehörigen. Es werden immer neue Aktivitäten unternommen, immer neue Hoffnungen geweckt, denn manchmal scheinen die Kontrollversuche ja zu glücken. Gleichzeitig erlebt man immer wieder neue Enttäuschungen. Die Sucht wird zum Mittelpunkt des Familienlebens.

Die Gefühle der Familienmitglieder sind denen des Suchtgefährdeten oder Abhängigen sehr ähnlich, auch sie fühlen sich hilflos, schuldig und frustriert. Hinzu kommt eine gewaltige Portion Ärger und Wut, denn alle Bemühungen führen zu keinem befriedigenden Ergebnis.  Änderungen sind meist nur von kurzer Dauer – und alsbald beginnt das Spiel von neuem. Sie strengen sich mehr und mehr an, die Situation zu kontrollieren, und merken dabei nicht, wie sie damit unbewusst die unerträgliche Situation länger aufrechterhalten. 

Hier der Vortrag von Ulrike Bergner- Schmitt  

Nach dem Vortrag, bei dem auch einige Teilnehmer aktiv eingebunden wurden, fand eine rege Diskussion mit den Teilnehmenden statt. An ihr beteiligte sich auch Gernot Scherer von der Suchtberatung der Caritas Bingen, der die Unterstützungsmaßnahmen seiner Einrichtung darstellte.

          

          

Bezugspersonen von Suchtgefährdeten und Suchtkranken brauchen Menschen, die sie verstehen und gleichzeitig auf ihr von Abhängigkeit geprägtes Denken und Verhalten offen hinweisen. Dies sollte auf der Basis gegenseitiger Wertschätzung und Achtung geschehen, damit nach und nach eine positive Entwicklung in Gang gesetzt werden kann.  Dies ermöglichen zum Beispiel die Selbsthilfegruppen für Suchtkranke und Angehörige des Kreuzbund Stadtverbandes Bingen.
Rat- und Hilfesuchende sind in den Informationsgruppen  herzlich willkommen. .

Außerdem besteht in Bingen seit fast einem Jahr ein Angehörigen Gesprächskreis als Zusatzangebot zu den bestehenden Kreuzbundgruppe. Das nächste Treffen findet am 13. Nov. 2013 im Stift St. Martin, Mainzer Str. 19-25, 55411 Bingen, statt. Info:  Barbara Koch, Tel. 06721 153820.
  Termine des Angehörigen- Gesprächskreises für 2014

 

Broschüren zur Veranstaltung
(können durch Anklicken des Bildes geöffnet werden):

 



Diese Broschüre der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen richtet sich an alle, die einem suchtbetroffenen Menschen Nahe stehen.
Sie ist zur Zeit vergriffen, kann aber hier als PDF- Datei   betrachtet und herunter geladen werden.

 

  Co-Abhängigkeit erkennen (156 KB)
 

Hilfe für Kinder in suchtkranken Familien (4 MB)

  Kinder von Suchtkranken Halt geben (3,6 MB)
 

Sucht und Familie (1 MB)


Wenn Papa getrunken hat (95 KB)

 

  Literaturliste

  Pressespiegel zur Veranstaltung


Wir danken der AOK Rheinland- Pfalz/Saarland,  für die finanzielle Unterstützung im Rahmen der Selbsthilfe- Projektförderung nach § 20 c SGB V.
 

Autor: Hartmut Zielke
Bilder: Hans Günter Koch, Hartmut Zielke

 

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